Darauf kommt es an beim Digitalkamera-Kauf!

Bild DigitalkameraDer Kauf einer Digitalkamera beginnt im Kopf, soll es ein Einsteigermodell oder doch etwas Hochwertiges für den ambitionierten Hobbyfotografen sein? Geht es um Schnappschüsse, Tierfotos, professionelle Portraits oder eher Pflanzen? Da die Bedienung der gängigen Apparate weitgehend gleich ist kann man das erst mal außen vor lassen, also braucht der Einsteiger nur zu schauen, ob er unter einer gewissen Preisgrenze bleibt, die nicht weh tut, wenn es daneben geht. Wer aber schon die beliebten Familienfotos machen will, achtet da schon auf ein paar Kriterien wie schneller Blitz oder Selbstauslöser. Tierfotografen benötigen einen guten Zoom und bei Pflanzen ist ein Makro von Vorteil. Für größere Kameras gibt es dann auch noch Zubehör und Erweiterungen, die den Funktionsumfang ergänzen können. Ein Stativ ist oft sehr hilfreich. Für alle diese Anwendungsfälle bietet der Markt mittlerweile eine große Auswahl an unterschiedlichen Digitalkameras.

Die Auflösung.

An erster Stelle werden oft die Megapixel genannt: wer keine Plakate drucken will, kann sich da getrost drüber hinwegsetzen, weil selbst die billigsten Geräte eine absolut hinreichende Auflösung anbieten. Wer allerdings auf wirklich kleine Details Wert legt ist ab 10 Megapixel immer gut bedient. Es geht hier einfach um die Anzahl der Bildpunkte, oder wie viel Zellen der Sensor hat. Bei 12 Megapixel haben wir theoretisch eine Fläche von 3x4 Millionen Pixel.

Die Brennweite.

Gerne wird der Brennweitenbereich angegeben, der allerdings erst ab einer bestimmten Qualifikation wirklich interessant wird, bei den einfachen Bildern stellt sich die Kamera auf das Motiv scharf und der Rest ist je nach Licht eben mit dabei oder nicht. Die Brennweite variiert bei einem Apparat, weil je nach Einstellung und Fokussierung der Linse-Sensor-Abstand verändert wird. Je näher die Linse dran ist, desto tiefer ist der Schärfebereich, wenn die Linse ganz rausgedreht ist wird nur ein zentrales Objekt richtig scharf sein, während Vorder- und Hintergrund verschwimmen.

Die Blende.

Die nächste Angabe bei den gängigen Kameras ist die Blende und wird mit „f“ angegeben. Die Blende spielt mit der Brennweite bei der Schärfentiefe zusammen, hier wird die Größe des Lichtdurchlasses reguliert. Je kleiner diese Öffnung ist, desto tiefer ist der Bereich der scharf abgebildet wird. Sinnigerweise wird ein 1 durch x Wert angegeben, was bedeutet, dass eine große Zahl eine kleine Öffnung und somit ein großer Bereich ist und eine kleine Zahl eine große Öffnung mit geringer Schärfentiefe. Bei schlechten Lichtverhältnissen bringt die große Öffnung mehr Licht auf den Sensor und bei Fotos in hellem Sonnenlicht kann auch gut und gerne Blende 8 oder mehr verwendet werden.

Der Zoom.

Hier sind wir bei den Extras, den Spezialisierungen. Der Zoom holt uns die Motive heran, wer Vögel oder Rehe knipsen will kann hier gar nicht zuviel von haben, denn er wird kaum auf Armlänge an sein Motiv herankommen. Richtig interessant ist dabei nur der optische Zoom, denn der Digitale geht nur zu Lasten der Auflösung, kann also im Prinzip jederzeit auch nachträglich gemacht werden, dafür wären dann noch mal viele Megapixel von Vorteil, die aber schnell zu Bildrauschen, also kleinen Störungen wie hellen Punkten, führen können.

Makroaufnahme einer Haferflocke

Der Makromodus.

Der Gegenspieler des Zooms, wer Insekten oder Blumen als Motive bevorzugt oder überhaupt sehr nah an kleine Objekte ran möchte. Hier ist es möglich fast mit der Linse das Motiv zu berühren und trotzdem noch ein scharfes Bild zu erhalten. Bei Makroaufnahmen wird der Hintergrund oder alles was nicht zentral zum Motiv gehört unscharf.

Der Blitz.

Der ist an sich ein eigenes Kapitel. Wer hin und wieder etwas mehr Licht benötigt oder eben die Familienschnappschüsse auf Partys macht greift auf dieses Hilfsmittel zurück. Eine kurze Ladezeit ist dabei immer sehr interessant, denn wer weiß wie lange die Opfer das natürliche Lächeln halten können. Die eingebauten Blitzlichter sind von der Reichweite auf wenige Meter begrenzt, werfen starke Schatten und erzeugen rote Augen, die integrierte Korrektur ist da oft überfordert und wer da höher Ambitionen hat schaut ob sich vielleicht externe Blitzgeräte anschließen lassen.

Der Akku.

Ein entscheidender Punkt ist wirklich die Stromversorgung, denn anders als bei analogen Kameras kann die digitale Schwester nur funktionieren, wenn die Energieversorgung stimmt. Akku leer – kein Foto. Hier gibt es zwei verschiedene Ansätze. Einmal die Standardbatterien oder Akkus, die es überall zu kaufen gibt. Hier kann ich im Notfall an der Tankstelle noch mal meine Energieversorgung erneuern. Die meisten Hersteller haben sich allerdings auf eigene Akkus fixiert, die weniger Platz wegnehmen und meist eine höhere Standzeit haben. Hier wird ein eigens mitgeliefertes Ladegerät benötigt und wenn der Akku unterwegs schlapp macht, gibt es keine Bilder mehr, oder man hat einen Ersatzakku was eher selten der Fall ist. Man lernt ein wenig Disziplin und schaut am Abend vor der Tour ob noch genug Ladung drin ist.

Der Bildstabilisator.

Hier haben wir es mit einem technischen Trick zu tun, der das kleine Zittern kompensiert das einfach ab einer gewissen Belichtungszeit auftritt. In gut beleuchteten Räumen bedarf es schon einer sehr ruhigen Hand um ein scharfes Bild zu erhalten, hier kann der Stabilisator hilfreich sein, stößt aber schnell an seine Grenzen.

Die Größe.

Ist eben schon erwähnt worden. Soll die Kamera in der Hemdtasche oder im Kofferraum unterkommen? Die kleinen Modelle haben den Vorteil schnell zur Hand zu sein, die großen Geräte machen einfach die besseren Bilder. Es ist allerdings schon erstaunlich wie viel Qualität sich in einer kleinen Kamera verbergen kann.

Die Linse / Optik.

Mit der Linse steht und fällt das Ergebnis. Eine gute Linse lässt das Licht gut durch, lenkt es nur geradlinig ab und behandelt die unterschiedlichen Lichtfrequenzen gleich. Bei einer schlechten Linse kommt es zu Farbverschiebungen, Konvergenzproblemen und sonstigen Verzerrungen. Wer an dieser Stelle spart wird mit den Fotos nie ein höheres Niveau erreichen. Leider ist es nicht einfach sichtbar und hier ist eine gute Beratung unausweichlich.

Die Motivprogramme.

In der Regel verfügen die Kameras auch über eine Auswahl an Motivprogrammen, ob Landschaft, Feuerwerk oder Sonnenuntergang auf den Chip gebannt werden sollen, einfach ein passendes Programm wählen und abdrücken, hier wird es dem Hobbyfotografen ganz einfach gemacht. Es ist auch eine Anleitung für den Interessierten, denn hier werden automatisch Einstellungen vorgenommen, die den entsprechenden Situationen entgegen kommen. Wer sich weiter entwickeln will, wird auf dieser Grundlage weiter arbeiten und verfeinern können.

Die Bildformate.

In der Regel speichern die Kameras die Bilder im JPG-Format ab. Hier werden die Fotos komprimiert, also nicht jedes Pixel gespeichert sondern in einem Algorithmus zusammengefasst. Für das ungeübte Auge gibt es da keinen sichtbaren Unterschied zum beispielsweise RAW-Format bei dem jeder Bildpunkt gespeichert wird, was aber zehnmal soviel Platz benötigt.

Das Display.

Der große Vorteil der Digitalkamera ist die sofortige Verfügbarkeit des Bildes, es lässt sich sofort auf dem Display ansehen und gegebenenfalls löschen oder bewerten. Dafür ist es wichtig, dass dieser kleine Bildschirm hell genug ist um sich gegen Tageslicht durchzusetzen und groß genug sollte er auch sein, damit eine Beurteilung des Fotos auch möglich ist. Auf dem Display werden in der Regel auch die Parameter der Kamera dargestellt, also die Einstellungen oder das Bildprogramm. Die sollten gut lesbar und erkennbar sein.

Der Speicher.

Die Zeit der 36 Bilder ist mit der digitalen Fotografie auch Geschichte, heute kann ich einen kompletten 4-wöchigen Urlaub auf einem Chip speichern und daheim in Ruhe auslesen. Verwendet werden in der Regel standardisierte SD-Karten die Ein bis 128 GB an Kapazität haben. Dabei ist noch zu beachten wie viel eine Kamera verwalten kann. Mit einer 8 GB Karte kann man allerdings schon etwa 2000 Bilder speichern. Dieser Wert hängt aber von dem Bildformat und den Megapixeln ab.

Der Selbstauslöser.

Wer bei Selfies frei posieren möchte, benötigt den Selbstauslöser, ob das dann den offiziellen Kriterien entspricht ist fraglich, aber es gibt hier meist eine 2 oder 10 Sekunden Verzögerung, je nach dem wie lange man braucht um die Position zu erreichen. Nett ist dabei auch die Option zwei Bilder zu machen, denn die meisten Opfer entspannen sich wenn es geklickt hat und so entsteht zwei Sekunden später oft ein wirklich brauchbares Foto.

Das Filmen von Videos.

Oft können auch bewegte Bilder aufgenommen werden. Da Filme viel Platz beanspruchen sind die Kameras da auf einige Minuten Film beschränkt, je nach Bildqualität und Speicherkapazität ist da aber von zwei Minuten kinotauglich bis eine Stunde Daumenkino viel einstellbar. Da dies aber nicht das Thema eines Fotoapparates ist, wird das eher stiefmütterlich behandelt und einfach mit angeboten weil es eben geht. Um eine bewegte Erinnerung zu speichern ist es aber gut geeignet.sich wenn es geklickt hat und so entsteht zwei Sekunden später oft ein wirklich brauchbares Foto.

Das Stativ.

Der theoretische Gegenspieler des Blitzes, bei wenig Licht kann man auch länger belichten. Da allerdings niemand eine Kamera eine halbe Sekunde lang wirklich still halten kann ist es gut, wenn der Apparat über ein Normgewinde für Stative verfügt.

Ré­su­mé

Die Digitalfotografie hat sich aus seiner Nische in alle Bereiche ausgebreitet. Hier kann jeder „sein“ Modell finden. Die kleine Knipse mit Blitz die zum Schrecken jeder schummrigen Party wird, bis zu dem hochgerüsteten Profigerät das ferngesteuert hinter dem Bundesligator liegt und in schneller Schussfolge den Treffer dokumentiert. Dazwischen sind Portraits, der aufwachsende Nachwuchs oder die Dokumentation in Beruf und Krise dabei. Letztendlich entscheidet das Gefühl. Einfach mal in die Hand nehmen und Gefallen finden ist für den Anfänger der richtige Weg, der Profi liest das Datenblatt und entscheidet nach den technischen Daten. Der Hobbyfotograf entscheidet nach Gefühl und Empfehlung eines Profis und hier ist eine kleine Handreichung um ein wenig die Übersicht zu behalten.